Von der Einstallung bis zur Ausstallung
Hygiene ist oberstes Prinzip in der Geflügelhaltung zur Gewährleistung einer guten Tiergesundheit. Daher wird der Stall mit all seinen Einrichtungen vor der Ankunft der Küken gründlich gereinigt und desinfiziert. Zum Schluss wird die Streu im Stall aufgebracht und die Tränken und Futterständer werden gefüllt. Die Ankunft des Geflügels, die so genannte Einstallung, verläuft bei Hähnchen und Puten ähnlich. Nach dem Transport werden die Transportkisten vorsichtig abgeladen und in den Stall gebracht. Dort werden sie nahe am Boden entleert.
Puten mögen's gerne gemütlich
Da die gerade geschlüpften Puten den intensiven Kontakt zu ihren Artgenossen brauchen und besonders anspruchsvoll bezüglich des Stallklimas sind sowie unmittelbaren Zugang zu Wasser und Futter in ihrer Nähe benötigen, verkleinern die Geflügelhalter den riesigen Stall durch so genannte Kükenringe. Diese werden nach einer Woche entfernt. Danach erfolgt die getrennte Aufzucht, die notwendig ist, weil die Hennen bereits nach 16 Wochen ihr Endgewicht von 10 kg erreicht haben, die Hähne aber noch sechs Wochen länger gefüttert werden, bis sie ungefähr 20 kg wiegen.
So werden Küken zu Hähnchen
Hähnchen werden im Gegensatz zu Puten nicht in Kükenringen aufgezogen.
Auch die Trennung der Geschlechter ist nicht nötig, da sich die Wachstums-
geschwindigkeit und das Endgewicht nicht so stark voneinander unterscheiden
wie bei den Puten. Je nachdem, ob die Hähnchen als Ganzes oder in Teilstücken
vermarktet werden sollen, unterscheiden sich die Aufzuchtverfahren: Bei der
Kurzmast bleiben die Hähnchen ungefähr fünf Wochen im Stall, bis sie ein
Gewicht von durchschnittlich 1,5 Kilo haben. Für die Verarbeitung von Teil-
stücken vorgesehene Hähnchen werden bis zu sieben Wochen gemästet, hier
spricht man von Langmast. Kurz- und Langmast unterscheiden sich allerdings
nicht nur hinsichtlich der Aufzuchtdauer, sondern beispielsweise auch durch
unterschiedliche Vorgaben für die Besatzdichte, die durch die im Oktober 2009
erlassene Hähnchenhaltungsverordnung gesetzlich geregelt wird.
Gesundes Geflügel für gute Lebensmittel
Geflügelhaltung für die Fleischproduktion findet ausschließlich in Bodenhaltung
mit Einstreu statt, wobei besonders bei der Pute so genannte Offenställe weit
verbreitet sind. Viel Frischluft und Tageslicht sind dabei eine Selbstverständ-
lichkeit. Bei Hähnchen gibt es neben den Offenställen auch Ställe mit auto-
matischer Lüftung. Entscheidend ist, dass sich alle Tiere in den Ställen frei bewegen und angeborene Verhaltensweisen wie Scharren und Picken ausleben können. Diese optimalen Rahmenbedingungen sind die Grundlage für gesunde Tiere und damit auch hochwertiges Geflügelfleisch. Dass am Ende der Aufzuchtperiode nur gesunde Tiere ausgestallt werden, gewährleisten Tierärzte, die alle Aufzeichnungen der Geflügelhalter kontrollieren und den einwandfreien Gesundheitszustand der Tiere prüfen. Diese so genannte Lebendtierschau, ist Grundvoraussetzung für den Transport und die Verarbeitung des Geflügels. Ist alles in Ordnung, werden Hähnchen und Puten nach den strengen Vorgaben der deutschen Tierschutztransportverordnung zur Schlachterei gebracht.


