IDEG Themenschwerpunkte

Tierwohl

Das Tierwohl ist als zentraler Maßstab der deutschen Geflügelwirtschaft fest in der täglichen Arbeit verankert. Durch eine tiergerechte Haltung von Hähnchen und Puten, eine umfassende Ausbildung sachkundiger Geflügelhalter, durch sorgfältige Kontrollen zur Einhaltung der Tierschutz-Standards sowie eine tiergerechte und schonende Schlachtung wird das Tierwohl dabei stets gewährleistet. In Deutschland gelten zudem besonders strenge gesetzliche Regeln zum Tierschutz. Was das konkret bedeutet, erfahren Sie hier.

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Hähnchen

Ausbildung

Die rund 6.500 Geflügelhalter in Deutschland sind bestens ausgebildet – insbesondere der Tierschutz spielt in der Ausbildung eine wichtige Rolle. Verschiedene Ausbildungswege führen in die Geflügelhaltung und vermitteln das nötige Wissen, um Hähnchen und Puten aufziehen zu dürfen.

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Sachkunde

Um Geflügel in Deutschland halten zu dürfen, muss man über eine sogenannte Sachkundebescheinigung verfügen. Durch diese weisen Halter nach, dass sie insbesondere im tierschutzgerechten Umgang mit den Tieren geschult sind. Die Sachkundebescheinigung kann durch einen behördlichen Lehrgang mit abschließender Prüfung durch einen Amtstierarzt erlangt werden.

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Tierwirt/in

Der Weg eines Geflügelhalters beginnt meist mit einer Berufsausbildung. In der Ausbildung zum Tierwirt werden in drei Ausbildungsjahren Theorie und Praxis vermittelt. Für einen früh erlernten tierschutzgerechten Umgang mit den Tieren beginnt die praktische Arbeit bereits im ersten Ausbildungsjahr.

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Landwirt/in

Auch eine Ausbildung zum Landwirt ist ein üblicher Weg, um den Beruf des Geflügelhalters aufzunehmen. Zusätzlich zu den Kenntnissen zur Aufzucht von Tieren wird hier auch der Betriebszweig der Pflanzenproduktion gelehrt. Die dreijährige Ausbildung zum Landwirt läuft meist dual ab. Theorie und Praxis verlaufen parallel.

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Tier-/Landwirtschafts-
meister/in

Für Tierwirte und Landwirte gibt es verschiedene Möglichkeiten, sich noch weiter zu qualifizieren. Ein Beispiel hierfür ist die Weiterbildung zum Tierwirtschaftsmeister oder Landwirtschaftsmeister. In dieser Ausbildung werden vertiefende Kenntnisse zu tierschutzrelevanten Inhalten sowie zur Betriebsführung vermittelt.

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Studium

Auch ein Studium, zum Beispiel in den Fachrichtungen Agrar- oder Nutztierwissenschaft, ist ein häufig gewählter Weg in die Geflügelhaltung. Auch hier spielt das Thema Tierschutz eine gewichtige Rolle, insbesondere im Bereich der Forschung: Wie kann das Tierwohl in der Nutztierhaltung noch weiter gestärkt werden? Wie gelingen eine tiergerechte Zucht und Haltung, die zudem Ressourcen, Umwelt und Klima schont?

Gesetzliche Grundlagen

Tierschutz-
gesetz

Das deutsche Tierschutzgesetz gilt übergeordnet für jede Tierhaltung. Es legt die Grundsätze zum Tierschutz fest, wie zum Beispiel, dass keinem Tier vermeidbare Schmerzen oder Leiden zugefügt werden dürfen (Paragraph 2) oder dass kein Tier ohne vorherige Betäubung geschlachtet werden darf (Paragraph 5).

Tierschutz-
Nutztier-
haltungs-
verordnung

Für die Haltung von Hähnchen gelten besondere Regelungen, die in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung festgelegt sind.

  • Sachkunde im Umgang mit Tieren ist für die Geflügelhaltung notwendig (Paragraph 17)
  • Festlegung der Stallausstattungen (Paragraph 18)
  • Festlegung der Kontrollgänge des Halters durch den Stall (Paragraph 19)
  • Festlegung der Besatzdichte (Paragraph 19)
Tierschutz-
Transport-
verordnung

Alle Fragen rund um den Transport der Hähnchen regelt die Tierschutz-Transportverordnung. Sie legt beispielsweise fest, wie die Transportboxen beschaffen und ausgestattet sein müssen, in denen die Tiere in die Schlachterei transportiert werden.

Tierschutz-
Schlacht-
verordnung

Auch in der Schlachterei dürfen nur Personen mit den noch lebenden Hähnchen umgehen, die hierfür geschult und qualifiziert sind. Die Tierschutz-Schlachtverordnung schreibt zudem vor, dass unnötige Aufregung bei den Tieren vermieden werden muss und dass kein Tier ohne vorherige Betäubung geschlachtet werden darf.

In Deutschland gelten neben dem übergeordneten Tierschutzgesetz eine Reihe von Verordnungen, die verschiedene Bereiche der Nutztierhaltung regeln: Für die Haltung von Hähnchen sind dies die Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung, die Tierschutz-Transportverordnung und die Tierschutz-Schlachtverordnung.

Besatzdichte

Wie viele Hähnchen in einem Stall gehalten werden dürfen, richtet sich nicht nach der Tieranzahl, sondern nach dem Gewicht, das die Tiere im Laufe der Aufzucht erreichen. Angegeben wird dieser Wert durch die Besatzdichte in der Einheit Kilogramm pro Quadratmeter (kg/m2). In Deutschland gilt dabei eine deutlich geringere Besatzdichte als in vielen europäischen Nachbarländern.

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In der Praxis bedeutet dies, dass die Geflügelhalter zu Beginn der Aufzucht die Tiere nur in einer solchen Anzahl in ihren Ställen unterbringen dürfen, mit der sie im ausgewachsenen Zustand die Grenze der vorgeschriebenen Besatzdichte nicht überschreiten.

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Hähnchenzucht

Moderne Hähnchen- und Putenzucht leistet heute einen wichtigen Beitrag zum Tierwohl – insbesondere zur Verbesserung der Tiergesundheit. Der Anteil sogenannter Tierwohlkriterien am Zuchtziel beträgt mehr als 30 Prozent und steigt kontinuierlich an. So ist es beispielsweise durch die immer stärkere Berücksichtigung dieser Kriterien bei der Auswahl von Zuchttieren gelungen, Gelenk- und Skelettprobleme bei Hähnchen und Puten immer weiter zu reduzieren, sodass diese heute kaum noch auftreten.

Merkmale der Selektionskriterien

Tierwohl: Beinstabilität, Darmgesundheit, Herz-Lungen-Fitness, Lauffähigkeit, Robustheit

Futterverwertung und Nachhaltigkeit: Futterverwertungsrate

Reproduktion und Fitness: Fruchtbarkeit, Eiproduktion, Überlebensrate, Schlupf, Allgemeine Fitness

Wachstum und Fleischansatz: Gewicht, Brustfleisch

Quelle: Aviagen Group Holding Inc.

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Transport und Schlachtung

Der Transport der Tiere und ihre Schlachtung sind Vorgänge, die mit Stress für die Hähnchen und Puten behaftet sein können. Diesen Stress gilt es in jedem Schritt möglichst gering zu halten. Daher ist tierschutzgerechtes Verhalten bei Transport und Schlachtung besonders wichtig.

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Kontrolle

Vom Schlüpfen der Küken über die Aufzucht auf den Geflügelhöfen bis hin zur Schlachtung der Tiere finden stetig Kontrollen zur Einhaltung des Tierschutzes statt: Amtliche Kontrollen, Eigenkontrollen des Halters und unabhängige Kontrollen im Rahmen des QS-Systems greifen hier auf verschiedenen Ebenen wirkungsvoll ineinander.

Brüterei

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Eigenkontrollen des Betreibers

Die Betreiber von Brütereien stellen durch Eigenkontrollen sicher, dass die hohen Hygiene- und Qualitätsanforderungen eingehalten werden. Wussten Sie übrigens, dass für die Geflügelfleischerzeugung sowohl männliche als auch weibliche Tiere gleichermaßen aufgezogen werden?

Transport

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Sachkunde der Transporteure

Die frisch geschlüpften Küken werden noch am ersten Tag von der Brüterei zu den landwirtschaftlichen Betrieben transportiert. Die Transporteure müssen ihre Sachkunde zum tierschutzgerechten Transport nachweisen können.

Haltung

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Eigenkontrolle des Halters

Jeder Geflügelhalter ist verpflichtet, seine Tiere mindestens zwei Mal täglich in Augenschein zu nehmen. Die Rundgänge durch den Stall sind der wichtigste Kontrollvorgang für den Tierschutz, da die Halter hier sofort bemerken, wenn es den Hähnchen und Puten nicht gut geht. Wichtige Daten zur Aufzucht muss der Halter bei den Rundgängen jedes Mal in seiner Stallkarte dokumentieren. Diese Stallkarte wird von externen Kontrolleuren geprüft.

Haltung

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Tierarztbesuche

Jeder Geflügelbestand wird durch einen Bestandstierarzt betreut. Dieser sieht regelmäßig nach den Tieren und kontrolliert ihren Gesundheitsstatus. Gemeinsam mit dem Halter identifiziert der Veterinär Möglichkeiten, das Wohlbefinden der Tiere weiter zu optimieren.

Haltung

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QS-Kontrollen

Geflügelhalter in Deutschland nehmen am QS-System teil, einem unabhängigem Kontrollsystem für die Herstellung von Lebensmitteln. Hier stellen sich die Halter zusätzlich zu den gesetzlichen Kontrollen weiteren Überprüfungen: Bei den umfangreichen System-Audits werden die Haltung der Tiere und der Zustand der Anlagen des Geflügelhofs überprüft. Bei den unangekündigten Spot-Audits liegt der Fokus auf der Einhaltung der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Bei Verstößen muss der Halter mit Sanktionen rechnen.

Ausstallung und Transport

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Lebendtierbeschau

72 Stunden bevor die Tiere ausgestallt werden, führt ein Amtsveterinär die sogenannte Lebendtierbeschau durch. Denn nur gesunde und gut aufgewachsene Tiere werden zum Transport freigegeben. Bei dieser Kontrolle prüft der Tierarzt eingehend den Gesundheitszustand der Tiere sowie die Stalldokumente des Halters.

Im Schlachthof

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Kontrolle und Begleitung der Schlachtung

Bei Ankunft am Schlachthof ist ein Amtstierarzt anwesend, der stichprobenartig den Gesundheitszustand der Tiere direkt vor der Schlachtung erneut kontrolliert. Zusammen mit seinen Fachassistenten kontrolliert dieser auch die Schlachtung selbst. Zudem gibt es in jedem Schlachthof einen Tierschutzbeauftragten, der die Einhaltung des Tierschutzes – auch während der Schlachtung – vor Ort kontrolliert.

Stallklima

Lüftungstechnik sorgt in Hähnchenställen für ein optimales Klima. Damit die Temperatur und Luftqualität immer im optimalen Bereich bleibt, werden Lüftung und Heizung per Computer geregelt.

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Ist es im Stall zu kalt, stellen sich die Tiere eng zusammen, um sich gegenseitig zu wärmen.

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20-22°C ist die ideale Stalltemperatur für Hähnchen.

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Ist es im Stall zu warm, stehen die Tiere weit auseinander und bewegen sich wenig.

Tiergerechtheit

Eine tiergerechte Haltung ist das zentrale Leitbild der deutschen Geflügelhalter. Tiergerechtheit bedeutet in der Geflügelhaltung, dass die Stallausstattung sowie die Haltungsbedingungen auf die Bedürfnisse und natürlichen Verhaltensweisen der Tiere ausgerichtet sind. In ihrer täglichen Arbeit stellen die deutschen Geflügelhalter dies sicher.

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Bodenhaltung

Hähnchen werden in Deutschland ausschließlich in Bodenhaltung aufgezogen. Die Ställe, in denen die Tiere gehalten werden, sind geräumig und die Tiere können sich auf der gesamten Grundfläche des Stalls jederzeit frei bewegen.

Blick in den Stall
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Einstreu

Besonders relevant für das Tierwohl ist die Einstreu. Diese muss trocken und locker sein, damit die Tiere ihren natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren oder Staubbaden nachgehen können. Darüber hinaus erfüllt sie weitere wichtige Funktionen:

  • Bindung der Ausscheidungen der Tiere
  • Gewährleistung eines günstigen Mikroklimas im Stall
  • Bindung der Feuchtigkeit als Schutz vor Entzündungen der Fußballen.
Blick in den Stall
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Versorgung

Die Hähnchen haben jederzeit freien Zugang zu Futter und Wasser in den Ställen. Die Höhe und Anbringung der Futterschalen und Tränken sowie die Zusammensetzung des Futters werden dabei dem Alter der Tiere entsprechend angepasst.

Blick in den Stall
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Tageslicht

Jeder neu gebaute Hähnchenstall in Deutschland muss über Einfallflächen für Tageslicht verfügen. Darüber hinaus wird den Tieren ein natürlicher Tag-/Nachtrhythmus ermöglicht, bei dem sich Wachphasen mit festgelegten Ruhephasen abwechseln.

Blick in den Stall

Weitere Informationen

Wie wird in Deutschland die Lebensmittelsicherheit entlang der Erzeugungskette garantiert? Erfahren Sie hier mehr: Geflügel-Wissen Kontrollen und Sicherheit.

Welche Auswirkungen hat die Geflügelfleischerzeugung auf die Umwelt? Erfahren Sie hier mehr: Geflügel-Wissen Umweltschutz.

Warum ist Geflügelfleisch gut für die Ernährung? Erfahren Sie hier mehr: Geflügel-Wissen Ernährung und Konsum.

Wollen Sie einmal einen Stall von innen sehen? Werfen Sie einen Blick in unseren interaktiven Stallrundgang und erfahren Sie mehr über die Hähnchen- und Putenhaltung in Deutschland!

Haben Sie darüber hinaus noch Fragen zur Geflügelhaltung? Finden Sie zahlreiche Antworten in unserem Dialog-Bereich!