Verantwortung und Sachkunde von Anfang an
Kennzeichnend für die gesamte Geflügelfleischerzeugung in Deutschland ist
eine enge Zusammenarbeit der drei Erzeugerstufen Schlupf, Aufzucht und Verarbeitung. Die Küken für die Aufzucht stammen aus spezialisierten Brütereien, meist mit eigener Elterntierhaltung, wo das nötige Fachwissen über optimale Brutbedingungen vorhanden ist. Die Eier werden bei optimalen klimatischen Bedingungen in Brutschränken ausgebrütet. Die Hähnchenküken schlüpfen nach 21 Tagen und die Putenküken nach 28 Tagen. Putenküken werden nach dem Schlupf von Fachkräften nach Geschlecht sortiert. Dieses so genannte Sexen ist notwendig, weil die Aufzuchtdauer für Putenhähne und -hennen unterschiedlich lang ist und diese daher getrennt aufgezogen werden. Für die Hähnchenaufzucht spielt das Geschlecht der Tiere keine Rolle: Männliche und weibliche Küken gleichen Alters werden gemischt eingesetzt.
Vorsorge für gesunde Tiere
Obwohl ein abgestimmtes Impfprogramm der Elterntiere in den ersten Tagen
die Abwehrkräfte der Küken unterstützt, kontrolliert der Züchter täglich die Gesundheit des Geflügels. Zudem ist der Zugang zu den Brütereien für Besucher und Lieferanten stark eingeschränkt. Und die Mitarbeiter des Betriebes tragen üblicherweise Schutzkleidung, um Infektionen und Erreger fernzuhalten. Nur gesunde Tiere desselben Alters und aus einheitlicher Herkunft gelangen dann zum Aufzuchtbetrieb.
Tiergerechter Transport
Der Transport der Küken zu den Aufzuchtbetrieben erfolgt noch am Schlupftag. Dabei wird das Geflügel in komfortablen Boxen untergebracht, die weich gepolstert sind. Gleichzeitig achten die Brütereien darauf, dass die Tiere während der Fahrt immer ausreichend Luft bekommen und es nicht zu heiß oder zu kalt ist. Für die Transporteure ist eine umfassende Prüfung verpflichtend, bei der sie ihre Sachkunde im Umgang mit Geflügel nachweisen müssen.
Das Wohlergehen des Geflügels während des Transportes sichert die Tierschutztransportverordnung. Tierärzte kontrollieren die Einhaltung der Verordnung. Der beste Schutz der Tiere besteht jedoch darin, dass die Transportwege bei deutschem Geflügel nur kurz sind.


