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Massentierhaltung

In den Medien ist oft die Rede von „Massentierhaltung“. Doch was verbirgt sich eigentlich hinter diesem Begriff? Eine klare Definition von „Massentierhaltung“ gibt es nicht. Oftmals wird „Massentierhaltung“ als diffamierender Begriff gleichgesetzt mit der konventionellen Tierhaltung – und als vermeintlich „schlechteres“ Gegenstück zu ökologischen oder extensiven Haltungsformen. Tatsächlich aber werden auch in der konventionellen Geflügelhaltung die Tiere ebenso tiergerecht gehalten: Hähnchen und Puten stehen weiträumige Ställe zur Verfügung, in denen sie sich frei bewegen können. Sie können natürlichen Verhaltensweisen wie Picken, Scharren und Staubbaden nachgehen und haben jederzeit freien Zugang zu Wasser und Futter. Käfige gibt es in der Haltung von Hähnchen und Puten in Deutschland nicht; sie werden immer in Bodenhaltung aufgezogen.

Wie viel Platz haben Hähnchen und Puten in der konventionellen Tierhaltung?

Die konventionelle Tierhaltung ist gesetzlich klar geregelt, unter anderem in der Tierschutz-Nutztierhaltungsverordnung. Diese schreibt zum Beispiel vor, wie viel Platz den Tieren im Stall zur Verfügung stehen muss. Festgelegt ist dies durch die sogenannte Besatzdichte. Die Besatzdichte ist das Maß für das maximale Gesamtlebendgewicht der Tiere pro Quadratmeter, die sich gleichzeitig in einem Stall befinden. In der Hähnchenhaltung liegt sie bei 35 bzw. 39 Kilogramm pro Quadratmeter bei verlängerter Aufzucht. In der Haltung von Puten sind 52 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhennen und 58 Kilogramm pro Quadratmeter für die Putenhähne vorgesehen, da die einzelnen Tiere deutlich größer und damit auch schwerer sind, als die Hähnchen. Diese Besatzdichte gilt, sofern der Halter am sogenannten Gesundheitskontrollprogramm teilnimmt, welches in den „Bundeseinheitlichen Eckwerten für eine freiwillige Vereinbarung zur Haltung von Mastputen“ (Absatz 7) festgeschrieben ist. Andernfalls gilt eine Besatzdichte von 45 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhennen und 50 Kilogramm pro Quadratmeter für Putenhähne.

Diese maximal zulässige Besatzdichte wird jedoch immer erst gegen Ende der Aufzuchtphase erreicht.

Die „Masse“ der Tiere allein ist nicht entscheidend für das Tierwohl

Für das Tierwohl, also dafür, dass es dem einzelnen Tier sichtbar gut geht, ist jedoch nicht, wie im Begriff „Massentierhaltung“ impliziert, allein die Anzahl der Tiere im Stall entscheidend. Es gilt stets auch die zahlreichen anderen Faktoren zu berücksichtigen, die das Wohlbefinden der Tiere im Stall gewährleisten. Das sind zum Beispiel Futter, Einstreu, Stallklima und die Sachkunde des Geflügelhalters. Gut ausgebildete Halter sorgen mit einem funktionierenden Stallmanagement dafür, dass die Tiere unabhängig von der Größe der Herde gesund aufwachsen, sie stets Zugang zu Futter und Wasser haben und ihren natürlichen Verhaltensweisen nachgehen können. Der negative Begriff der „Masse“ lässt dabei fälschlicherweise außer Acht, dass einer großen Anzahl von Tieren auch eine entsprechend große Stallfläche zur Verfügung steht – in vielen Betrieben sind dies oftmals mehrere Tausend Quadratmeter Fläche zur freien Bewegung.

MODERNE GEFLÜGELHALTUNG VON DER EINSTALLUNG BIS ZUR AUSSTALLUNG

Alle Hähnchen und Puten, die gemeinsam in einen Stall kommen, wachsen auch jeweils gemeinsam bis zum Ende der Aufzucht in Bodenhaltung auf.

OPTIMALE HALTUNGSBEDINGUNGEN FÜR PUTEN IN DEUTSCHLAND

Speziell ausgebildete Geflügelhalter und Fachkräfte überprüfen die Stallbedingungen und die Tiergesundheit während der gesamten Aufzucht.