Eine sichere Sache Der richtige Umgang mit Geflügelfleisch

Sichere und gesunde Lebensmittel sind die Grundlage unserer Ernährung. Geflügelhalter, Schlachtereien und Vermarkter arbeiten täglich dafür, die Menschen in Deutschland mit hochwertigem Geflügelfleisch aus heimischer Erzeugung zu versorgen. Zu einem unbeschwerten Geflügelgenuss kann jeder Einzelne einen wichtigen Beitrag leisten. Alles zum richtigen Umgang mit Geflügelfleisch und zur Küchenhygiene lesen Sie hier.

Sicherer Umgang, voller Genuss

Kühlschrank mit Gemüse und Fleisch

Frisches Geflügelfleisch ist ein empfindliches Lebensmittel: Es sollte daher möglichst rasch nach Hause transportiert und gut gekühlt werden. Auf der Verpackung von Frischgeflügel und frischen Geflügelteilen befindet sich das Verbrauchsdatum („spätestens verbrauchen bis …“). Bis zu diesem Datum sollte das Geflügelfleisch bei Lagerung im Kühlschrank verzehrt werden.

Länger haltbar ist gefrorenes oder tiefgefrorenes Geflügelfleisch. Dieses ist auch immer mit einem Mindesthaltbarkeitsdatum („mindestens haltbar bis …“) versehen. Bis zu diesem Zeitpunkt können gefrorenes und tiefgefrorenes Geflügel sowie Geflügelteile in der Originalverpackung im Tiefkühlfach, in der Tiefkühltruhe oder im Drei-Sterne-Fach des Kühlschranks bei -18 °C aufbewahrt werden.

Rohes Gemüsefleisch auf einem Schneidebrett

Frisches Geflügelfleisch als naturbelassenes, unbehandeltes Lebensmittel ist nur wenige Tage im Kühlschrank haltbar. Einfrieren ist daher eine praktische Möglichkeit, Geflügelfleisch länger haltbar zu machen. Bereits beim Kauf tiefgefrorenes Geflügelfleisch kann einfach in der Originalverpackung im Tiefkühlfach bei minus 18 °C bis zum Mindesthaltbarkeitsdatum aufbewahrt werden. Frisch gekauftes Hähnchen- oder Putenfleisch verpackt man vor dem Einfrieren am besten in Gefrierbeutel.

Gut zu wissen:

Selbst eingefrorenes Geflügelfleisch ist acht bis zehn Monate haltbar.

Richtig auftauen

Tiefgefrorenes Geflügelfleisch muss vor der Zubereitung immer vollständig aufgetaut werden. Wie das richtig geht? Wir erklären es:

  • Vor dem Auftauen die Verpackung entfernen und das Fleisch in einem Sieb in eine große Schüssel hängen. So kann die Auftauflüssigkeit richtig abtropfen.
  • Die Schüssel anschließend abgedeckt in den Kühlschrank stellen. Wichtig: Vorab nochmals prüfen, dass genügend Abstand zwischen Fleisch und Schüsselboden vorhanden ist. Denn das aufgetaute Fleisch sollte nicht mit der Flüssigkeit in Kontakt kommen. Die Auftauflüssigkeit anschließend wegschütten.
  • Faustregel zur Auftauzeit: 500 Gramm Geflügelfleisch brauchen im Kühlschrank etwa fünf Stunden zum Auftauen. Für ein ganzes Hähnchen kann man gut 24 Stunden einplanen.
  • Bei komplett aufgetautem Fleisch sind keine Eiskristalle oder Frost mehr erkennbar. Die Konsistenz des Fleisches ist weich. Tipp für die Kontrolle: Bei einem ganzen Hähnchen die Hand einfach in den Hohlraum des Hähnchens legen. Sind dort noch Eiskristalle spürbar, muss das Hähnchen noch weiter auftauen.

Und auch bei der Zubereitung von aufgetautem Geflügelfleisch gilt: Immer die Regeln der gängigen Küchenhygiene beachten und das Fleisch vor dem Verzehr immer vollständig durchgaren. So steht einem unbeschwerten Genuss nichts im Weg!

Mensch wäscht sich die Hände

Auf allen Naturprodukten können sich Bakterien und Keime befinden. Darum sollte bei der Zubereitung von Lebensmitteln immer auf die gängigen Regeln der Küchenhygiene geachtet werden. So steht einem sicheren und gesunden Geflügelgenuss nichts im Wege.

  • Grundsätzlich gilt: Die Hände vor und während der Zubereitung von Lebensmitteln regelmäßig mit warmem Wasser und Seife waschen!
  • Achten Sie darauf, dass rohes Fleisch nicht mit anderen Speisen in Kontakt kommt, die anschließend nicht mehr durcherhitzt werden. Dies gilt zum Beispiel für Salat oder Gemüse. Reinigen Sie stets alle Flächen und Geräte wie Schneidebrett oder Messer nach jedem Kontakt mit rohem Fleisch, dessen Verpackung oder Tauwasser.
  • Gefrorenes Fleisch vor der Zubereitung immer vollständig auftauen und alle Verpackungen sowie das Tauwasser sorgfältig entsorgen!
  • Geflügelfleisch immer gründlich durchgaren (mind. +70 °C für zwei Minuten im Inneren des Lebensmittels), bis es überall eine weißliche Farbe angenommen hat und der Fleischsaft klar ist. Beim Grillen getrennte Zangen für das rohe und das gegarte Fleisch verwenden!

Und was ist mit Antibiotika-Rückständen?

Trotz tiergerechter Haltung und optimaler Betreuung werden Tiere mitunter krank. Dann entscheidet der Tierarzt über die Behandlung. Um Leiden und Schmerzen für die Tiere zu vermeiden, kommt dabei auch die Gabe von Antibiotika in Frage.

Doch auch wenn das lebende Tier zur Behandlung einer Infektion Antibiotika bekommen hat: Geflügelfleisch enthält nachweislich keine gesundheitlich bedenklichen Antibiotikarückstände. Dafür sorgt die gesetzlich vorgeschriebene und veterinärmedizinisch kontrollierte Wartezeit zwischen Antibiotikaeinsatz und Schlachtung. Alle aufgenommenen Medikamente werden in dieser Zeit vom Organismus der Tiere abgebaut. Dies bestätigt nicht zuletzt der jährliche Nationale Rückstandskontrollplan des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit.

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