Das Tier zuerst – von Anfang an Tierwohlstandards bei Zucht und Schlupf

Wir nehmen Tierschutz ernst – und handeln entsprechend. Der Geflügelwirtschaft ist das Wohl ihrer Tiere ein zentrales Anliegen. Von Anfang an. Schon bei Zucht und Schlupf der Hähnchen-, Puten- und Entenküken ist das Tierwohl ein bedeutsames Kriterium. Wie sich unsere Branche dieser Aufgabe stellt, lesen Sie hier.

Zuchtkriterium Tierwohl Für fitte und gesunde Tiere

Zuchtkriterien

„Dass es meinen Tieren gut geht“ – dieser Wunsch steht für jeden Geflügelhalter im Zentrum seiner täglichen Arbeit. Die Grundlagen für die gute und gesunde Entwicklung einer jeden Herde werden schon lange vor der Haltung der Tiere im Stall gelegt. Bereits bei der Zucht steht das Wohlergehen der Hähnchen, Puten und Enten im Fokus. Von den mindestens 20 bis 30 Zuchtmerkmalen haben über 30 Prozent einen ganz konkreten Bezug zum Tierwohl. Besonders wichtige Aspekte sind hierbei die Fitness, Vitalität, Robustheit, Beinstabilität und Herz-Lungen-Funktion der Tiere.

Zuchtziele Hähnchen

Zuchtziele Hähnchen: 1960 100 % Wachstum und Fleischansatz. Heute: 30 % Tierwohl, 15 % Nachhaltigkeit, 35 % Reproduktion und Fitness, 20 % Wachstum und Fleischansatz

 

Zuchtziele Puten

Zuchtziele Puten: 1960: 100 % Wachstum und Reproduktion, heute: 34 % Tierwohl, 17 % Futterverwertung und Nachhaltigkeit, 23 % Reproduktion und Fitness, 26 % Fleischansatz

Messbare Fortschritte

 Der Einsatz für mehr Tierwohl schon in der Zucht bringt sichtbare Verbesserungen für die Gesundheit und die Fitness der Tiere. Um nur zwei Beispiele zu nennen: Bei den modernen Mastgeflügellinien spielen heute Probleme an Skelett und Gelenken praktisch keine Rolle mehr. Und auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind bei den Tieren deutlich zurückgegangen.

 

Was man aber nicht vergessen darf: Veränderte Zuchtziele wirken sich erst mit einer zeitlichen Verzögerung von mehreren Jahren aus. Deshalb werden sich die Fortschritte, die in jüngster Zeit beim Thema Zucht und Tierwohl umgesetzt wurden, künftig noch stärker bei den Tieren im Stall zeigen. Bereits heute zeichnen sich die Entwicklungen der vergangenen Jahre nachweislich ab.

Keine Frage des Geschlechts

In der Hähnchen- und Entenhaltung werden weibliche und männliche Tiere gemeinsam in einem Stall aufgezogen. Das viel diskutierte Thema der Tötung männlicher Küken betrifft ausschließlich die Legehennenhaltung, da nur weibliche Tiere Eier legen. In der Geflügelfleischwirtschaft spielt das Geschlecht der Tiere keine Rolle.

 

Auch in der Putenhaltung werden männliche und weibliche Tiere aufgezogen. Da die Hennen aber schon nach 16 Wochen und die Putenhähne erst nach 22 Wochen ihr Endgewicht erreichen, werden sie getrennt voneinander gehalten. Der Vorteil: So kann der Halter besser auf die jeweiligen Bedürfnisse der Tiere eingehen.

Vom Ei zum Küken

Zertifizierte Elterntier-Farmen liefern die befruchteten Eier von Hähnchen, Puten und Enten an die Brütereien. Dort werden die Eier bis zum Schlupf der Küken in Brutmaschinen ausgebrütet. Dabei gelten von Anfang an strenge Anforderungen im Hinblick auf Hygiene und Qualitätssicherung.

 

So werden die befruchteten Eier sofort nach der Ankunft in der Brüterei desinfiziert, um den Küken einen möglichst gesunden Start ins Leben

Schlüpfen in zwei Schritten

Die Eier kommen zunächst in den Vorbrüter, Hühnereier für 18 Tage, Puteneier für 22 bis 25 Tage. Dabei werden die Eier regelmäßig sanft gewendet – dieser Vorgang simuliert das natürliche Verhalten der Henne.

 

Danach wird mit einer automatischen Durchleuchtung überprüft, ob sich in den Eiern ein Embryo entwickelt hat. Für die befruchteten Eier geht es dann in den Schlupfbrüter: Eine Temperatur von 37,6° C und die kontinuierliche Zufuhr von Wärme und Luft schaffen hier perfekte Bedingungen. Nach drei Tagen schlüpfen dann die Hähnchenküken, nach fünf Tagen die Putenküken.

Transport zum Geflügelhalter

Direkt nach dem Schlüpfen werden die Küken gegen Krankheiten wie zum Beispiel Bronchitis geimpft. Noch am selben Tag geht es für die Küken dann zum Geflügelhof und in den Stall. Während des Transports wird darauf geachtet, dass die Tiere immer ausreichend Luft bekommen und es nicht zu heiß oder zu kalt ist. Übrigens: Die Transporteure der Küken sind gesetzlich zu einer Sachkundeprüfung verpflichtet, bei der sie ihre Kenntnisse im richtigen Umgang mit Geflügel nachweisen müssen. Tierärzte kontrollieren zudem in der Brüterei die Einhaltung der Tierschutz-Transportverordnung.

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Törsiep Elisabeth

Hallo, ich habe gleich zwei Fragen: 1. Hat die Charta ein Logo, andere, ich erkenne dass das was ich zu...

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